So machen Sie als Interim Manager auch modisch eine gute Figur

Mit dem Outfit bestimmen wir, wie wir wahrgenommen werden. Deswegen sollten Sie gewisse Fettnäpfchen vermeiden. Ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter kann das passende Outfit eine Herausforderung werden – für Mann und Frau.

Zahlreiche Studien haben es bereits bewiesen: die Kleidung sowie das gesamte Erscheinungsbild beeinflussen die Karriere signifikant – bei Frauen wie Männern gleichermaßen. Das Gegenüber schenkt dabei rund 55 Prozent seiner Aufmerksamkeit dem Outfit, der Körperhaltung, Mimik, der Gestik sowie der Frisur. 38 Prozent des ersten Eindruckes wird der Stimme gewidmet. Wer in den ersten Sekunden des Kontaktes durch sein äußeres Gesamterscheinungsbild überzeugt, erhöht laut Studien seine Jobchancen um rund 20 Prozent.

Kein Wunder also, dass Manager und Personaler – inbesondere von spezifischen Branchen – beim Einstellen neuer Mitarbeiter oder der Vergabe von Interimmandaten besonders viel Wert auf das Outfit des Bewerbers legen. Welche Kleidung am Arbeitsplatz angemessen ist, lässt sich hierbei allerdings nicht pauschalisieren. Grundsätzlich gilt: Je kreativer der Job, desto legerer und vor allem auch individueller darf der Look ausfallen!

Das macht ein angemessenes Outfit im Job aus

Die Branche entscheidet über den Dresscode

Während in kreativen Berufen oder auch im künstlerischen Bereich legere Casual-Looks als legitim gelten, zählt der richtige Business-Dresscode bei Versicherungen, Banken oder Unternehmen der „old economy“ zur Corporate Identity des Unternehmens und ist somit mehr oder weniger strikt vorgegeben. In diesen Jobs ist ein souveränes Auftreten von allergrößter Bedeutung, denn alles steht und fällt mit dem ersten Eindruck durch den Kunden. Die richtige Mode in häufig vorgegebenen Farben, welche beispielsweise die Nuancen des Firmenlogos widerspiegeln, gilt hier als das A und O, da sie die Firma repräsentiert.

Der perfekte Business-Style sollte dem jeweiligen Typ entsprechen 

Üblicherweise besteht die Möglichkeit zur individuellen Flexibilität, dann sind die Kleidungsstücke idealerweise dem eigenen Typ anzupassen: Gemeint ist, dass der Schnitt des Anzuges bzw. des Kleides zur Figur passt und auch die Muster und Farben an den Charakter des Trägers oder der Trägerin anzugleichen sind. Hintergrund ist, dass das perfekte Outfit für jedes Individuum eine hervorragende Grundlage für ein höheres Wohlbefinden und somit auch für ein höheres Selbstbewusstsein bietet.

Es muss nicht immer Krawatte sein…..

Kleiner Tipp für Berufe, in denen strenge Mode-Richtlinien gelten: Trotz der strikten Vorgaben können und sollten Sie mit einem eigenen Hingucker arbeiten – Accessoires wie eine stilvolle Uhr, eine Statement-Kette oder auch eine gemusterte Krawatte sorgt oft schon dafür, dass Sie schnell positiv wiedererkannt werden. Vorsicht walten lassen würde ich persönlich aber bei Uhren bestimmter, sehr hochpreisiger Luxusmarken. Nach meinen Erfahrungen gehören diese in einem Mandat eher in den Tresor als ans Handgelenk. So ersparen Sie sich mehr oder weniger ernstgemeinte Kommentare über die Höhe Ihres Tagessatzes.

Business-Looks für jede Jahreszeit 

Auch die Jahreszeit spielt beim Finden des angemessenen Arbeits-Outfits eine enorme Rolle: Der Sommer im Büro wird dabei für viele zur großen Herausforderung, denn nichts wirkt für Kunden und Kollegen abschreckender, als auffällig große Schweißflecken! Um dies zu vermeiden, können Frauen ebenso wie Männer auf einige Tipps und Tricks zurückgreifen. Zum einen sind Materialien wie Leinen, Baumwolle oder Viskose auszuwählen, denn diese Stoffe haben eine angenehme, zum Teil kühlende Wirkung. Allein schon der Verzicht auf Sandalen ist bereits „die halbe Miete“. Gehen Sie damit gerne an den Strand und genießen Sie darin Ihre Freizeit. Im Mandat hat dieses Kleidungsstück nichts verloren.

Qualität als das absolute A & O 

Studien haben ergeben: Je hochwertiger die Kleidung, desto höher die Wertschätzung und Respektwidmung des Gegenübers! Gemeint ist hiermit nicht, die Marke groß und auffällig auf dem Hemd oder der Bluse stehen zu haben. Vielmehr kommt es darauf an, durch stilvolle Schnitte, dezente Farben, Muster und qualitative Stoffe zu überzeugen. Die Investition in hochwertige Business-Mode zahlt sich definitiv aus!

Tappen Sie nicht in die No-Go-Falle

In Berufen, in denen strikte Vorgaben bezüglich der Outfits vorliegen, werden auch während der warmen Jahreszeiten keine Ausnahmen von Dresscodes gemacht. Trotz dessen tappen Mitarbeiter durch bestimmte Mode No-Gos immer wieder in Fallen und greifen im Sommer zum Beispiel auf Flip-Flops, sichtbare Wäsche oder auch auf zu knappe Kleidung zurück. Auch deutlich sichtbare Tattoos, Piercings, zerrissene Jeans und extravagante Prints (z.B. Leo-Prints) haben am Arbeitsplatz nichts zu suchen. Grundsätzlich ist es auch immer eine Typ- aber auch Frage des Alters, welcher Kleidungsstil am Besten passt. Machen Sie sich darüber Gedanken und stellen Sie sich dabei immer die Frage, wie Sie wahrgenommen werden wollen.

Partytauglich – aber nichts fürs Büro!

Da jede Branche ganz eigene Gesetze und Eigenheiten hinsichtlich des Dresscodes pflegt, lässt sich die Frage nach einem angemessenen Business-Outfit nicht pauschalisieren. Grundsätzlich bietet es sich vor einem Mandat an, den Auftraggeber bereits während der Mandatsanbahnung auf das Thema „Kleidung“ anzusprechen, um schließlich allen Erwartungen gerecht werden zu können. Schon Gottfried Keller wusste im gleichnamigen Roman von 1874 „Kleider machen Leute“.

Lesen Sie dazu auch gerne den Beitrag „Dresscode im Büro“ erschienen am 01.11.2020 in der Wirtschaftswoche.

Ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen, Marc Leicht